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Nach anfänglichen Kursverlusten konnte der DAX in der zweiten Hälfte der vergangenen Börsenwoche deutliche Gewinne verbuchen. Vom Wochentief am Dienstag bei 5125 Zählern gewann der deutsche Leitindex bis zum Wochenschluss 550 Punkte hinzu.

Der DAX beendete den Xetra-Handel am Freitag bei 5675 Punkten. Kurzzeitig sorgte allerdings die Anzeigetafel der Frankfurter Börse für Verwirrung: Die Kurstafel präsentierte einen Index-Stand von nur 663 Punkten - ein Minus von satten 89 Prozent. Jedoch wurde schnell klar, dass es sich nicht um einen Crash handelte. Es lag lediglich ein technischer Fehler vor, der rasch behoben werden konnte.

Neben den deutschen Aktien verbuchten auf Wochensicht auch die amerikanischen Börsen Kursgewinne. Am späten Freitagabend bröckelten die Notierungen jedoch wieder leicht ab. Der Dow Jones ging bei 11.103 Punkten aus dem Handel und damit nur leicht über dem Schlusskurs der Vorwoche. Im nachbörslichen Handel wird der DAX daraufhin mit einem kleinen Abschlag gehandelt.

Die insgesamt gute Stimmung auf dem Börsenparkett ist unter anderem auf besser als erwartet ausgefallene US-Wirtschaftsdaten zurückzuführen. Der amerikanische Arbeitsmarkbericht für September überraschte sehr positiv: Die Beschäftigung sprang im vergangenen Monat deutlich stärker an als von Experten prognostiziert wurde.

EZB belässt Leitzinsen unverändert

Am Donnerstagmittag wurde mit Spannung das Ergebnis der jüngsten EZB-Sitzung erwartet. Wie bekannt wurde, belässt die europäische Notenbank den Leitzins in der Eurozone bei 1,5 Prozent. Zuvor hatten einige Anleger darauf spekuliert, dass die Zentralbank die Zinsen senken werde. Jedoch gibt es aufgrund der hohen Inflationsrate von drei Prozent im September keinen Spielraum für eine Leitzinssenkung. Eine Zinssenkung sei mit dem Ziel der Preisstabilität nicht vereinbar, kommentierte ein EZB-Experte.

Allerdings kündigte die europäische Zentralbank neue Anleihenkäufe an. Demnach sollen von November 2011 bis Ende Oktober 2012 weitere Anleihen im Volumen von rund 40 Milliarden Euro gekauft werden. Ziel sei es, die europäischen Geschäftsbanken zu unterstützen.

Ratingagenturen schlagen wieder zu

Unterdessen meldeten sich auch die Ratingagenturen mal wieder zu Wort. Die amerikanische Agentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von Italien und Spanien herabgestuft. Die verschlechterte Bonitätseinstufung wurde mit der weiterhin schwachen Wirtschaftslage sowie der hohen Schuldenlast der Staaten begründet. Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit bereitet der Ratingagentur sorgen. Fitch gab neben der Abstufung auch einen negativen Ausblick für die beiden südeuropäischen Länder ab.

Darüber hinaus hat die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit von zwölf britischen Banken herabgestuft. Als Begründung wurde angeführt, dass die Finanzbranche in Zukunft aufgrund der klammen Haushaltslage des Staates weniger auf Subventionen hoffen könne.

 

Autor: Bernd Raschkowski

 

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