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Am Freitag endete nicht nur die Börsenwoche, sondern auch das dritte Quartal ist damit endlich überstanden. Nachdem der DAX in der letzten Woche noch mit einem Minus von 6,8 % leben musste, verzeichnete er bis Donnerstag einen Zuwachs von mehr als 11 %. Die Woche begann bei 5.124,16 und das Hoch lag bei 5.693,95.

Für den Zuwachs zeichneten sich jedoch hauptsächlich die ersten beiden Tage der Woche verantwortlich. Und das, obwohl der ifo-Index das dritte Mal in Folge fiel. Aber offenbar war der Rückgang von 108,7 auf 107,5 Punkte weniger stark als die erwarteten 106,5.

Positive US-Daten befeuern DAX-Aufschwung

Auch die Konjunkturdaten aus den USA sorgten nicht für Störfeuer.

Das US-Verbrauchervertrauen hatte sich leicht aufgehellt, die US-Auftragseingänge langlebiger Güter waren weniger stark gefallen, als Volkswirte erwartet hatten. Das Wachstumsplus beim US-BIP für das 2. Quartal wurde leicht nach oben revidiert. Zeitgleich meldete das US-Arbeitsministerium einen Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf den tiefsten Stand seit April. Der Chicago-Einkaufsmanagerindex hat sich überraschend aufgehellt und der Index der Universität Michigan für das US-Verbrauchervertrauen konnte ebenfalls zulegen.

Insgesamt also durchaus positiv Daten, die den DAX-Handel weiter befeuerten.

Freitag hinterlässt einen Makel

Trotz der positiven Daten aus Übersee verschaffte der Freitag der bis dahin durch und durch positiven Börsenwoche einen Makel. Nach einer Eröffnung bei 5.602,55 Punkten endete der Xetra-Handel bei nur noch 5.502,02. Dennoch verblieb ein beachtliches Wochenplus von 7,3 %.

Für den Kursrückgang zum Wochenschluss könnten die aktuellen Daten zur Inflation in Europa verantwortlich gemacht werden.

Hohe Inflationsrate sorgt für Zinsängste

Die Inflation in der Euro-Zone ist im September mit 3,0 % auf den höchsten Stand seit knapp drei Jahren gestiegen. Zuvor teilte bereits das Statistische Bundesamt mit, dass sich der Verbraucherpreisindex in Deutschland im September um 2,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhen wird.

Zwar sind vor dem Hintergrund der schwächelnden Konjunktur weitere Zinsanhebungen wegen der inflationären Tendenzen unwahrscheinlich, doch zumindest sinkt auch die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinssenkung durch die EZB. Hier wurden wohl einige Anleger enttäuscht.

Bundestag billigt die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms

In dieser Woche dürften drei Dinge die Anleger besonders beschäftigt haben. Zum einen fieberten die Anleger der Entscheidung des deutschen Bundestages zur Ausweitung des Euro-Rettungsschirms entgegen. Der Bundestag billigte die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms, doch die tatsächliche Umsetzung hängt auch von den übrigen Euro-Staaten ab.

Windowdressing verantwortlich für Kurssprung?

Das zweite wichtige Thema, welches sich jedoch weitestgehend im Hintergrund abgespielt hat, ist das sogenannte “Windowdressing“. Einige große Adressen wollten nach den herben Kursverlusten sicherlich noch ein wenig Ihre Bilanz aufbessern und kauften vermutlich den DAX zum Quartalsende hoch.

Angriff auf den Abwärtstrend

Der Kursverlauf des DAX stellt den dritten Aspekt dar, der in dieser Woche insbesondere unter technischen Analysten zum Thema wurde: der Bruch des seit Mitte August andauernden Abwärtstrends.

Am Dienstag erfolgte der Ausbruch mit einem Aufwärts-Gap, doch der waagerechte Widerstand aus dem letzten Hoch vom 16. September stellte sich als unüberwindbare Hürde heraus und verhinderte  weitere Kursgewinne.

Immerhin konnte der DAX den Bruch bis zum Xetra-Handelsschluss am Freitag verteidigen. Erst in den letzten Minuten des Späthandels tauchte der Kurs wieder leicht unter die wichtige Linie ab. Damit wird die Eröffnung in der kommenden Woche sehr spannend. Wird der Ausbruch durch weitere Kursgewinne bestätigt oder fällt der DAX in den Trend zurück?

Ausbruch oder Bullenfalle – US-Arbeitsmarktdaten könnten die Entscheidung bringen

Einen großen Anteil an der Entscheidung für oder gegen einen nachhaltigen Ausbruch dürften die neuesten Daten zum US-Arbeitsmarkt im Monat September haben, die in der kommenden Woche wieder für heftige Kursausschläge sorgen werden. Der ADP-Arbeitsmarktbericht wird am Mittwoch wie immer einen ersten Vorgeschmack geben auf die dann am Freitag folgende Zahl der US-amerikanischen Beschäftigten ohne Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls). 

Deutscher Arbeitsmarkt als Vorbild

Wie es richtig geht, zeigten unterdessen in dieser Woche bereits die Arbeitsmarktdaten hierzulande.

Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Wohnort in Deutschland im August einen neuen Höchststand erreichte und laut der BA rutschte die Zahl der Arbeitslosen mit 2,796 Millionen im September erstmals seit fast 20 Jahren unter die Marke von 2,8 Millionen. Die Arbeitslosenquote ging um 0,4 Punkte auf 6,6 % zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 7,2 % gelegen.

Europäischer Arbeitsmarkt kann sich sehen lassen

Und auch der europäische Arbeitsmarkt kann sich sehen lassen. Im Euroraum (ER17) sowie in der EU27 lag die Arbeitslosenquote im August 2011 im Vergleich zum Vormonat unverändert.

Hoffen wir, dass sich der US-Arbeitsmarkt hiervon eine Scheibe abschneidet.

 

Autor: Sven Weisenhaus

 

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